+++ PRESSEBERICHTE +++ |
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Zum Thema Fluglärm, Nachtflüge, Flughafen Leipzig/Halle Lesen Sie dazu auch: Leserbriefe
Leipziger Lärmaktionsplan: Die "Spitze des Eisbergs" soll im November in die Dienstberatung
Vom 6. Mai bis 31. Juli durften die Leipziger zum Entwurf des allerersten Lärmaktionsplans der Stadt Leipzig Stellung nehmen. Und so deutlich wie nie zeigte das Internet seine Qualitäten. (Quelle: www.l-iz.de, von Ralf Julke, 30.08.2011 ) weiterlesen ...
Lärmaktionsplan der Stadt Leipzig: Linken-Stadtrat kritisiert fehlendes Problembewusstsein
Öffentlich will Bürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum Lärmaktionsplan erst am heutigen Montag, 29. August, vorstellen. Aber für Reiner Engelmann, Umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion, ist jetzt schon klar, dass das Projekt zwar ein Kraftakt war, am mangelnden Problembewusstsein der Stadtverwaltung aber scheitert. (Quelle: www.l-iz.de, von Redaktion, 29.08.2011 ) weiterlesen ...
Hennef - Detaillierte
Flughafen-Gegner geben keine Ruhevon Ralf Rohrmoser-von Glasow Hennef - Detaillierte Positionen zum Fluglärm hat der Stadtrat in einer Resolution formuliert, die an Landes- und Bundesverkehrsminister ebenso übersandt wurde wie an die Fraktionen in Bundes- und Landtag. Besonders wichtig ist dem Ortsverband Hennef der Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln / Bonn der bessere Lärmschutz, den die Ratsvertreter fordern. Getragen wird das Papier von allen im Rat vertretenen Fraktionen. Zunächst wird dort angemahnt, dass die beiden wichtigsten Punkte des Landtagsbeschlusses von 1997 immer noch nicht umgesetzt sind: das Nachtflugverbot für Düsenflugzeuge über 340 Tonnen Gesamtgewicht und die Einführung einer Kernruhezeit für Passagierflugzeuge von Mitternacht bis 5 Uhr. Sollten diese Ziele nicht bald erreicht sein, erwarten die Hennefer gleichwertige Maßnahmen des aktiven und passiven Schallschutzes - Lärmkontingente und Lärmobergrenzen etwa. In den Mittelpunkt stellen die Politiker die Gesundheitsaspekte: "Die Reduzierung der Fluglärmbelastung und der Schutz der Nachtruhe sind für den Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger des Rhein-Sieg-Kreises besonders wichtig" Deshalb soll der Zentralort in das Schallschutz-Fensterprogramm des Flughafens aufgenommen und die besonders lauten Maschinen vom Typ MD 11 und Boeing A 300 A4 aus dem nächtlichen Betrieb herausgenommen werden. Außerdem fordert die Stadt durch ihre Selbstverwaltung deutlich höhere Landegebühren für die Nacht, schnelleren Höhengewinn beim Start, die konsequente Überwachung der vorgeschriebenen Flugwege und drastischere Strafen bei Abweichungen. Einer weiteren Ausdehnung des Nachtflugbetriebs in Köln-Wahn stellt sich der Rat entgegen und drängt auf ein europaweites, generelles Verbot. Den Flughafen als Wirtschaftsfaktor bestreitet indes niemand, die Hennefer schlagen deshalb vor, den Umschlag zu einem wesentlichen Teil in Richtung eines Tages-Frachtzentrum umzuschichten. © Kölner Stadtanzeiger vom Donnerstag, 30. November 2006
Jets statt Kirchenglocken
Leben in der Einflugschneise Wie eine Familie in Döllnitz mit Fluglärm umgeht - Studie zu Schallschutz von Alexander Schierholz
Kommt wieder ein Flugzeug? Uwe Salomon schaut aus dem Dachfenster seines Hauses in Döllnitz bei Halle. Die Familie wohnt in der Einflugschneise des Airports Leipzig-Halle. (MZ-Foto: Andreas Stedtler) Döllnitz/MZ. Döllnitz könnte eine Idylle sein. Still ist es in den Wohnstraßen des Dörfchens in der Elsteraue direkt neben Halle. "Früher", sagt Uwe Salomon, "haben wir hier draußen die Kirchenglocken gehört." Jetzt hören sie immer öfter ein Brummen vom Himmel. Erst kaum wahrnehmbar, wird es rasch lauter, es dröhnt so, dass man sogar das Gespräch unterbricht für einen Moment, dann ebbt es wieder ab. "Und jetzt", sagt Uwe Salomon, "stellen Sie sich das mal nachts vor, wenn Sie im Bett liegen." Salomons müssen mit Fluglärm leben. Ihr Haus, vor sechs Jahren gegen die Platte in Halles Südstadt eingetauscht, liegt in der Einflugschneise des Airports Leipzig-Halle. Derzeit hören sie das Brummen "ein paar Mal in der Nacht", schildert der 47-Jährige. "Meist gegen Mitternacht und zwischen vier und fünf." Er wacht häufig auf, seine Frau Petra kann nicht mehr durchschlafen. "Wenn ein Flugzeug kommt, stehe ich im Bett", klagt die 47-Jährige. Wie soll das erst werden, wenn der Frachtriese DHL im Sommer kommenden Jahres von der neuen Rollbahn Süd aus mit dem regelmäßigen Nachtflugbetrieb beginnt? Döllnitz wird dann in der so genannten Nachtschutzzone liegen, deren Anwohner Schallschutz beantragen können. In dem etwa 44 Kilometer langen und bis zu sechs Kilometer breiten Gebiet zwischen Halle und Leipzig bezahlt der Flughafen nach Prüfung des Einzelfalls Lüfter in den Schlafräumen und - je nach Entfernung vom Airport - auch Schallschutzfenster oder Dämmung. Rund 3 000 Betroffene haben bisher Anträge gestellt, sagt Axel Semrau, Lärmschutzbeauftrager des Flughafens. "Das ist noch bis zu fünf Jahre nach Inbetriebnahme der neuen Rollbahn möglich." Salomons wollen noch abwarten. "Bisher hätten wir wohl nur Anspruch auf Lüfter", sagt der 47-Jährige. "Aber wer weiß, wie laut es im nächsten Jahr ist, wenn DHL ständig fliegt." Am 9. November hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Nachtflugerlaubnis eingeschränkt für rechtens erklärt - und damit DHL das Startsignal gegeben. Das Lärmschutzkonzept lobten die Richter als "einmalig". Die vorgesehenen Grenzwerte für einen Dauerschallpegel, so hieß es, reichten über die Rechtsprechung hinaus. Bestandteil des Konzeptes ist auch eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das am Flughafen Köln / Bonn über fünf Jahre hinweg Probanden im Schlaflabor untersuchte. "Man hat erstmals versucht", erkennt auch Michael Teske von der Interessengemeinschaft (IG) Nachtflugverbot an, "einen Zusammenhang zwischen Lärm und Nachtruhe herzustellen." Aus dem Ergebnis leitete das für den Flughafenausbau zuständige Leipziger Regierungspräsidium Auflagen ab: So dürften die Betroffenen durch die Nachtflüge im Durchschnitt weniger als einmal zusätzlich pro Nacht aufwachen, erläutert Semrau. "Das heißt nichts anderes", so Teske, "dass es Leute geben wird, die gar nicht aufwachen, es wird aber auch Leute geben, die wesentlich häufiger aufwachen." Wie Petra Salomon zum Beispiel. Vor sechs Jahren, als die Familie gebaut hat, sei von Nachtflügen noch nicht die Rede gewesen, sagt Uwe Salomon. Der Döllnitzer antwortet damit auf einen Vorwurf, den sich Nachtfluggegner häufig anhören müssen. Er lautet: Es hätten doch alle wissen können; wer in der Einflugschneise baue, sei selber schuld. So hatten Salomons sich das nicht vorgestellt. "Unser Haus", sagt der 47-Jährige, "sollte unsere Altersvorsorge sein." Jetzt können sie sich, wie ihre Nachbarn, eines Wertverlustes sicher sein. Entschädigungen sind nicht vorgesehen. © Mitteldeutsche Zeitung vom Samstag, 25. November 2006
DHL-Ansiedlung in Leipzig
EU vermutet illegale Subventionen Beihilfen für Luftfrachtzentrum werden geprüft - Bau der neuen Startbahn sei suspekt Brüssel/Leipzig/dpa. Die EU-Kommission hat Zweifel an der Rechtmäßigkeit staatlicher Beihilfen für die Post-Tochter DHL und den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle zu einem internationalen Drehkreuz. Die EU-Behörde eröffnete deshalb am Mittwoch in Brüssel ein förmliches Beihilfeprüfverfahren, das bis zu 18 Monate dauern kann. Falls die Kommission am Ende ihrer Untersuchung zu dem Schluss kommen sollte, dass die Subventionen unrechtmäßig sind, müssen diese ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Für die neue Landebahn Süd des Flughafens werden nach früheren Angaben 290 Millionen Euro investiert. «Wir haben die Vermutung, dass bei dieser Investition illegale Subventionen fließen», sagte ein Sprecher von EU- Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes dem «Handelsblatt» (Mittwoch). Eine Sprecherin des sächsischen Wirtschaftsministeriums sagte: «Wir sind mit der EU-Kommission im Gespräch.» Wenn die Veröffentlichung im Amtsblatt da sei, werde dazu Stellung genommen. © Mitteldeutsche Zeitung vom Donnerstag, 23. November 2006
Ansiedlung in Leipzig
Brüssel überprüft den Flughafen-Ausbau Kritik an Beihilfen für DHL-Drehkreuz - Milbradt: Keine Gefahr von Gunther Immenhoff Brüssel/Halle/MZ. Die EU-Kommission hat Zweifel an der Rechtmäßigkeit staatlicher Beihilfen für die Post-Tochter DHL und den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle zum internationalen Fracht-Drehkreuz. Die Brüsseler Behörde hat am Mittwoch ein Beihilfe-Prüfverfahren eröffnet. Sollte die Kommission zu dem Schluss kommen, dass die Subventionen unrechtmäßig sind, müssen die Beihilfen ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. "Eine zusätzliche Beihilfe könnte den Wettbewerb auf dem Expressfrachtmarkt beeinträchtigen", begründete die Kommission. In die neue Landebahn Süd des Flughafens werden zurzeit 290 Millionen Euro investiert. Das Geld wird von den Hauptgesellschaftern Sachsen (rund 240 Millionen) und Sachsen-Anhalt aufgebracht. In der Summe enthalten sind auch Fördermittel, über deren Höhe die Länder am Mittwoch keine Auskunft gaben. DHL selbst investiert am Flughafen 300 Millionen Euro und erhält 70 Millionen Euro Fördermittel, die von Brüssel genehmigt und von der Prüfung nicht betroffen sind. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) wies die Vorwürfe zurück. Das Kreuz werde gebaut. "Bei der neuen Bahn handelt es sich nicht nur um eine Start- und Landebahn für DHL", sagte er. Die Investition wäre auch ohne DHL gekommen. Post-Sprecherin Sylvia Blesing sagte, "die Prüfung bezieht sich auf Einzelfragen. Das Projekt und der Betriebsbeginn stehen nicht in Frage." Einer der von Brüssel beanstandeten Punkte bezieht sich auf Schadenersatz-Zusagen Sachsens für den Fall, dass der Umschlagplatz mit einem Nachtflugverbot belegt würde. "Dieses Thema ist für uns nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes erledigt", so Blesing. "Wir haben ein großes und erfolgreiches Projekt gestartet. Und es ist nicht unüblich, dass solch große Projekte einer Überprüfung standhalten müssen", sagte Flughafen-Geschäftsführer Eric Malitzke der MZ. "Es geht nicht um kriminelle Machenschaften, sondern um die rechtliche Bewertung von Verträgen", betonte Rainer Lampe, Sprecher im Magdeburger Wirtschaftsministerium. Diese Prüfung könne bis zu eineinhalb Jahre dauern, erwartet er. © Mitteldeutsche Zeitung vom Donnerstag, 23. November 2006
VCD-Pressemitteilung 66/06
Ein Jahr große Koalition
Foto: PixelQuelle.de VCD kritisiert Tiefensee: Verkehrspolitik ohne Klimaschutzfaktor - Umsteuern überfällig Berlin, 21.11.06: Ein Jahr nach Amtsantritt der schwarz-roten Bundesregierung zieht der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) Bilanz in der Verkehrspolitik und kritisiert die Arbeit von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee scharf. "Für die entscheidenden Zukunftsfragen wie Klimawandel, Staatsverschuldung oder demographische Veränderungen hat der neue Verkehrsminister in seinem Ressort keine geeigneten Antworten. Seine Verkehrspolitik bleibt beim 'weiter so' und setzt unvermindert auf Wachstum - allen negativen Umweltfolgen zum Trotz", resümiert der VCD-Bundesvorsitzender Michael Gehrmann Tiefensees erstes Jahr in Berlin. Statt eine weitsichtige Mobilitätspolitik für Mensch und Umwelt zu betreiben, würden im Bundesverkehrsministerium vorrangig Bedürfnisse der einflussreichen Wirtschaftslobby bedient. Das zeige sich beispielsweise an Rekordinvestitionen in den Straßenaus- und -neubau oder der massiven Unterstützung des besonders klimaschädlichen Flugverkehrs. Gehrmann: "Alle reden vom Klimaschutz, nur der Verkehrsminister tut so, als ginge ihn das nichts an. Er setzt unbeirrt auf noch mehr Straßen und will das Wachstum des Flugverkehrs nach Kräften unterstützen." Angesichts der massiven Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschäden durch den Verkehr ist nach Ansicht des VCD ein Umsteuern in der Verkehrspolitik längst überfällig. Leitlinien müssten dabei Verkehrsvermeidung, Verlagerung auf umweltschonende Verkehrsträger sowie Effizienzsteigerung sein. All das könne durch mehr Kostenwahrheit erreicht werden. Wenn sich die Umweltfolgen im Preis der Mobilität widerspiegelten, beeinflusse das das Verhalten der Verbraucher. Darüber hinaus seien ordnungspolitische Maßnahmen notwendig, um den Treibhausgasausstoß des Verkehrs schnell und wirksam zu reduzieren, wie das Beispiel der Autoindustrie zeige. Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: "Tiefensee ignoriert die Fakten, wenn er immer noch so tut, als würden die Autohersteller ihr Versprechen einhalten, den Treibhausgasausstoß von Neufahrzeugen bis 2008 auf 140 Gramm CO2 pro Kilometer zu senken. Die Hersteller werden selbst an dieser wenig ambitionierten Zielmarke scheitern. Deshalb muss sich Tiefensee gemeinsam mit der schwarz-roten Bundesregierung schon jetzt für verbindliche Verbrauchsgrenzwerte auf europäischer Ebene einsetzen und so den Innovationsdruck auf die Autobranche erhöhen." Eine ausführliche VCD-Analyse der Verkehrspolitik ein Jahr nach Anritt der schwarz-roten Bundesregierung findet sich im Internet unter www.vcd.org. © Verkehrsclub Deutschland vom Dienstag, 21. November 2006
Für weitere Nachtflüge ist ein neuer Antrag nötig -
Nato-Transporte betroffen
Leipzig/Halle/MZ. "Das ist ein schöner Beschluss", sagt Eric Malitzke, als er am Donnerstag den Saal des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig verlässt. "Die Strategie des Flughafens Leipzig / Halle als Luftfracht-Drehkreuz kann fortgesetzt werden", betont er. Rechtssicherheit besteht insbesondere für die Posttochter DHL, die derzeit ihr Fracht-Drehkreuz von Brüssel an den Flughafen Leipzig / Halle verlegt. Der Flughafen baut dafür bis Juli 2007 für 380 Millionen Euro seine südliche Start- und Landebahn neu. DHL investiert 300 Millionen Euro am neuen Standort, wo Nacht für Nacht rund 50 Frachtflugzeuge aus aller Welt landen, ihre Fracht austauschen, und dann wieder starten sollen. 3 500 eigene Arbeitsplätze und weitere 7 000 Jobs im Umfeld verspricht DHL. Diese wirtschaftliche Bedeutung für das Gemeinwohl hatte auch für die Richter des Bundesverwaltungsgerichtes schwer gewogen. Dennoch sind die Auswirkungen des Urteils für den Flughafen noch unklar. Die Aufforderung des Gerichts an das Regierungspräsidium Leipzig, die uneingeschränkte 24-Stunden-Betriebsgenehmigung des Flughafens im Planfeststellungsbeschluss zu überprüfen, betrifft zwar nicht die Expressflüge von DHL, gilt aber allen Passagier- und sonstigen Frachtflügen, bestätigt Flughafen-Chef Malitzke. Darunter sind auch jene Transportflüge, welche die Gesellschaft Ruslan-Salis hier im Auftrag der Nato in Krisengebiete startet. "Am Flughafen ist es nun, dem Regierungspräsidium in einem neuen Antrag nachzuweisen, dass auch diese Nachtflüge notwendig sind", sagt Malitzke. "Alle Fluggesellschaften haben teures Fluggerät. Um es wirtschaftlich zu nutzen, muss es auch nachts im Einsatz sein", betont er. Der Flughafen braucht bald eine Entscheidung des Regierungspräsidiums. Die uneingeschränkte Nachtflug-Genehmigung endet mit der Fertigstellung der neuen Start- und Landebahn am 1. Juli kommenden Jahres. von Gunther Immenhoff © MZ-Web vom Donnerstag, 9. November 2006
Gericht bestätigt Erweiterung
Neue Startbahn wird gebaut - Frachtflieger von DHL dürfen auch nachts unterwegs sein Leipzig/Halle/dpa/MZ. Der Flughafen Leipzig/Halle kann zum internationalen Fracht-Drehkreuz ausgebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat endgültig grünes Licht für den Bau der neuen Start- und Landebahn Süd gegeben. Frachtexpress-Flugzeuge dürfen nachts uneingeschränkt starten und landen, so die Richter. Weitere Nachtflüge bedürfen jedoch einer erneuten Überprüfung. Die Post-Tochter DHL kann damit wie geplant ihren europäischen Hauptumschlagplatz für Fracht aufbauen. Leipzig/Halle soll eines von drei zentralen DHL-Drehkreuzen für Luftfracht weltweit werden. "Wir können damit 2008 unseren Betrieb aufnehmen und die 3500 Arbeitsplätze am Standort schaffen", sagte DHL-Projektleiter Michael Reinboth. Angesichts der Lärmbelastung, die dadurch den Frachtverkehr auf die Anwohner zukommt, soll das Leipziger Regierungspräsidium nun prüfen, inwieweit andere Fracht- sowie Passagierflüge in der Kernzeit von Mitternacht bis fünf Uhr am Flughafen noch möglich sind. Der Planfeststellungsbeschluss vom November 2004 muss gegebenenfalls geändert werden. "Wir haben das Urteil mit großer Freude aufgenommen. Unsere Ausbaupläne wurden bestätigt", sagte Flughafen-Chef Eric Malitzke. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) betonte, "die Entscheidung schafft Klarheit für weitere Investitionen und Ansiedlungen". Die Kläger zeigten sich trotz ihres Teilerfolges vor Gericht enttäuscht. "Unsere Nachtruhe wird uns mit DHL genommen", sagte Anwohnerin Angelika Eckenbrecht. Der Anwalt der Kläger, Lutz Eiding, kündigte an: "Wir werden nun unsere Anstrengungen auf das so genannte Planergänzungsverfahren beim Regierungspräsidium konzentrieren." Dem Gericht lagen 35 Klagen von Anwohnern gegen den Ausbau des Flughafens vor. Für den Prozess wurden drei Musterklagen ausgewählt. Deren Forderungen nach besserem Lärmschutz blieben erfolglos. © MZ-Web vom Donnerstag, 9. November 2006
Nachtfluggenehmigung muss neu überprüft
werden - Weg für DHL frei
Leipzig. Der Flughafen Leipzig/Halle kann zum internationalen Luftfracht-Drehkreuz ausgebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gab am Donnerstag endgültig grünes Licht für den Bau der neuen Start- und Landebahn Süd. Deren bislang uneingeschränkte Genehmigung für Nachtflüge beschnitten die Leipziger Richter jedoch: Künftig können nur noch Flugzeuge mit Expressfracht nachts uneingeschränkt starten und landen. Die Post- Tochter DHL kann mit der Erlaubnis zum 24-Stunden-Betrieb für eilige Fracht wie geplant ihren europäischen Hauptumschlagplatz errichten. DHL äußerte sich erleichtert über die Entscheidung. "Wir können damit unseren Betrieb wie geplant aufnehmen und die 3500 Arbeitsplätze am Standort Leipzig/Halle schaffen", sagte DHL- Projektleiter Michael Reinboth. Von 2008 an soll der ostdeutsche Flughafen neben Wilmington (USA) und Hongkong eines von drei zentralen DHL-Drehkreuzen für Luftfracht sein. Nach den Planungen sollen pro Nacht 50 bis 60 Maschinen landen. Der Hauptstadt-Flughafen Berlin-Brandenburg war bei den Bundesverwaltungsrichtern auf weniger Gnade gestoßen: Für ihn hatte der 4. Senat im März ein grundsätzliches Flugverbot in der Kernzeit von Mitternacht bis 5.00 Uhr ausgesprochen. Bundesweit gibt es kaum noch Flughäfen, auf denen nachts uneingeschränkt geflogen werden darf. Angesichts der Lärmbelastung, die durch den Frachtverkehr auf die Anwohner zukommt, ist nach Auffassung der Leipziger Richter eine Überprüfung des weiteren Luftverkehrs erforderlich. Andere Fracht- sowie Passagierflüge sind laut Urteil in der Kernzeit am Flughafen Leipzig/Halle nur unter besonderen Voraussetzungen möglich. Die Bedingungen dafür muss nun das Regierungspräsidium Leipzig festlegen und entsprechend den Planfeststellungsbeschluss vom November 2004 ändern. Die Fluggesellschaft Air Berlin sprach von einer Bevorzugung von Frachtfliegern. "Es sind aber nicht die Passagiermaschinen, sondern die Frachtflieger, die Krach machen", sagte Air-Berlin- Sprecher Peter Hauptvogel der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag). Flughafen-Chef Eric Malitzke zeigte sich zuversichtlich, dass die Einschränkung nachts den Ausbau des Logistikknotens nicht behindert. "Unsere Ausbaupläne wurden bestätigt - das ist das Wichtigste." Er sei überzeugt, dass es dem Flughafen und seinen derzeitigen sowie potenziellen Kunden gelinge, den Nachweis für den Bedarf von Nachtflügen zu erbringen. "Wichtig ist, dass wir die Genehmigung für die Südbahn und die 24-Stunden-Genehmigung für Fracht haben." Die Post-Tochter DHL investiert rund 300 Millionen Euro in Leipzig/Halle. Bis 2012 sollen durch das Drehkreuz insgesamt rund 10 000 Arbeitsplätze entstehen. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) begrüßte das Urteil. "Die Entscheidung schafft Klarheit für weitere Investitionen und Ansiedlungen." Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bewertete die Beschränkung der Nachtfluggenehmigung als Beeinträchtigung. Halles Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (SPD) hofft bei den nötigen Nachverhandlungen auf einen "akzeptablen Kompromiss" für alle Beteiligten. "Ökologie und Wirtschaft stehen nicht in einem unlösbaren Widerspruch", sagte sie. Die Kläger zeigten sich trotz ihres Teilerfolges vor Gericht enttäuscht. "Unsere Nachtruhe wird uns mit DHL genommen", sagte Angelika Eckenbrecht. Der Anwalt der Kläger, Lutz Eiding, kündigte an: "Wir werden nun unsere Anstrengungen auf das so genannte Planergänzungsverfahren beim Regierungspräsidium konzentrieren." Dem Gericht, das das öffentliche Interesse am Flughafenausbau betonte, lagen 35 Klagen von Anwohnern vor. Für den Prozess wurden drei Musterklagen ausgewählt. Deren Forderung nach besseren Lärmschutzmaßnahmen blieb erfolglos. Das Lärmschutzkonzept des Regierungspräsidiums gewähre sogar mehr Schutz als bislang übliche Konzepte, sagte der Vorsitzende Richter, Stefan Paetow. © LVZ-Online vom Donnerstag, 9. November 2006
Naturschützer und Flughafen einig über Startbahn HAHN
Umweltschützer und die Betreiber des Flughafens Hahn haben sich im jahrelangen Rechtsstreit um die verlängerte Start- und Landebahn im Hunsrück geeinigt. Der Kompromiss sieht weniger Waldrodungen und die Erhaltung der "Quartierbäume" seltener Fledermausarten vor. Dafür können von dem Flughafen bald erstmals voll beladene und voll getankte große Frachtflugzeuge starten. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz. Fledermaus-Wochenstuben gerettet Die Rodung von Waldstücken wird auf die Fläche begrenzt, die für die Flugsicherheit unbedingt nötig ist. Damit werden statt der geplanten 60 nur noch 30 Hektar Wald gerodet. Die übrigen Gebiete sollen teils stufenweise in niedrigwüchsigen Wald umgewandelt werden. Die "Quartierbäume" von Mops- und Bechsteinfledermaus werden nur oberhalb der Wochenstuben dieser geschützten Tiere gekappt. Darüber hinaus soll auf die geplante Verlegung der benachbarten Hunsrück-Höhenstraße (B 327) auf einer Strecke von zwei Kilometern verzichtet werden, um auch hier den Lebensraum der Fledermäuse zu erhalten. Der überörtliche Verkehr kann hier laut Flughafen-Gesellschaft künftig möglicherweise über die ohnehin geplante Umgehungsstraße von Bärenbach geführt werden. Landebahn bald in Betrieb Der Flughafen hatte die einzige Start- und Landebahn auf dem Hahn um 700 auf 3.800 Meter erweitert, um den Frachtverkehr ausweiten zu können. Nach einer ersten OVG-Entscheidung durfte der Flughafenbetreiber die Bahn nicht vollständig nutzen. Durch den jetzigen Kompromiss könnte möglicherweise schon vom Jahresende 2006 an der Frachtverkehr ausgeweitet werden, erklärte Hahn-Geschäftsführer Jörg Schumacher. Zudem könnten die jetzigen Kunden stärker gebunden und neue Fracht-Fluggesellschaften angelockt werden. Hering lobt "Kooperation statt Konfrontation" Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) lobte den erzielten Kompromiss als ein hervorragendes Beispiel der Leitidee "Kooperation statt Konfrontation". Durch die Vereinbarung erhalte der Flughafen die dringend benötigte Rechtssicherheit. Gleichzeitig werde aber auch sichergestellt, dass die ökologischen Ziele des BUND gewahrt würden. © SWR Online vom Donnerstag, 9. November 2006
Prognose: 701000 Bewegungen Anhörung zu Fluglärm beginnt neu Von Georg Haupt Wiesbaden. Vor dem geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens hat sich ein neuerliches Hindernis aufgetan. Weil die ursprünglichen Kapazitätsberechnungen des Airport-Betreibers Fraport vom Dezember vergangenen Jahres inzwischen als veraltet gelten, wurden nun neue Voraussagen über die Zahl der nach der Errichtung der neuen Landebahn Nordwest zu erwarteten Flugbewegungen über Rhein-Main erstellt. Dabei wurden die damit einhergehenden Belastungen, also insbesondere der Fluglärm, ebenfalls neu berechnet. Diese Unterlagen müssen nun - voraussichtlich im kommenden Frühjahr - in insgesamt 63 betroffenen Kommunen öffentlich ausgelegt werden. Zu den 57 bereits eingebundenen Städten und Gemeinden kommen nun zusätzlich noch Bad Vilbel, Bickenbach, Dieburg, Mühltal, Niederdorfelden und Seeheim-Jugenheim. All diese Städte haben offensichtlich durch das erwartet höhere Flugaufkommen mit deutlich stärkeren Belastungen zu rechnen. Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) kündigte dieses gestern als notwendig gewordene "erneute Beteiligung der Öffentlichkeit" an, da die Flughafenbetreibergesellschaft Fraport auf Anforderung der Genehmigungsbehörden eine neue Prognose zur Entwicklung der Flugbewegungen vorgelegt hat. Die Studie war notwendig geworden, weil sich die bisherigen Kapazitätsvoraussagen lediglich bis zum Jahr 2015 erstreckten. Durch die zeitlichen Verzögerungen beim Ausbau - mit der Fertigstellung der Landebahn Nordwest wird erst im Jahr 2010 gerechnet - werden aber nun Starts und Landungen sowie die damit verbundenen Lärmmengen bis ins Jahr 2020 prognostiziert. Laut Minister Rhiel führten diese "zu neuen oder stärkeren Betroffenheiten". Schon aus Gründen einer transparenten Verfahrensführung müsse nun die Öffentlichkeit erneut beteiligt werden. Nach den jüngsten Fraport-Schätzungen wird die Zahl der Flugbewegungen am größten deutschen Flughafen dabei bis zum Jahr 2020 auf 701 000 pro Jahr steigen. In einer veralteten Studie waren 660 000 Starts und Landungen bis zum Jahr 2015 avisiert worden. Im vergangenen Jahr sind laut Fraport 490 000 Flugbewegungen gezählt worden; die maximale Belastbarkeit der bislang noch drei Bahnen liegt nach aktuellen Berechnungen bei 520 000. Fraport hatte immer wieder angeführt, dass diese Zahl zur Zukunftssicherung des Unternehmens nicht ausreiche. Erst nach Auswertung möglicher Einwendungen der Bürger könne darüber entschieden werden, ob noch einmal eine öffentliche Erörterung wie in Offenbach notwendig ist, erklärte ein Ministeriumssprecher. In der dortigen Stadthalle waren von September 2005 bis Ende März dieses Jahres rund 127 000 Einwendungen gegen die Ausbaupläne als Teil des Planfeststellungsverfahrens erörtert worden. An dem Zeitplan, noch im Jahr 2007 eine Entscheidung über den Planfeststellungsantrag zu fällen, ändere sich nichts, sagte der Ministeriumssprecher. © Frankfurter Neue Presse vom Mittwoch, 8. November 2006
Kampfjet nach Defekt auf Airport gelandet
Schkeuditz (mape). Ein Phantom-Kampfjet der Bundeswehr sorgt derzeit für neugierige Blicke auf dem Flughafen Leipzig/Halle. "Der Jagdflieger vom Typ Phantom F4 F hatte Probleme mit der Spritanzeige", erklärte Günter Schellmann, Oberstleutnant der Luftwaffe, auf Anfrage. Deshalb habe der Pilot eine "vorsorgliche Sicherheitslandung" durchgeführt. Die Maschine stamme vom Jagdgeschwader 71 aus dem ostfriesischen Wittmund. "Dies ist für uns ein ganz normaler Vorgang so wie auch in der zivilen Luftfahrt", betonte Schellmann. Denn auch in der Militärfliegerei sei Sicherheit oberstes Gebot. Der Pilot habe sich vor der Landung ordnungsgemäß beim Tower angemeldet, sei gelandet und habe die Maschine hinter dem Kursdorfer Lärmschutzwall abgestellt. Aufgrund der unterschiedlichen Feiertage in dieser Woche werde erst am heutigen Mittwoch eine Techniker-Crew den Jagdflieger untersuchen und entscheiden, ob er noch einen Flug zu seinem Heimat-Airport oder in eine Werft machen dürfe oder ob er vor Ort repariert werde. Eine Gefährdung habe zu keiner Zeit bestanden, betonte Schellmann. © Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch, 01. November 2006 |
