Am 01.09.2004 Demonstration gegen
Fluglärm
Ökolöwe warnt Leipziger vor kommender Lärmbelastung
Durch den geplanten Ausbau des Leipziger Flughafens und der damit verbundenen
Nachtflugerlaubnis sieht der Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. die Nachtruhe der
Leipziger Bürger in Gefahr. Besonders der Leipziger Norden und die benachbarten
Gemeinden (Radefeld, Rackwitz, Podelwitz, Hohenheida usw.) werden durch die
Drehung und den Neubau der südlichen Start- und Landebahn mit massiven Störungen
rechnen müssen.
Nach den Prognosen in den Planfeststellungsunterlagen wird bis 2015 von einer
Verdopplung sämtlicher Flugbewegungen (Passagier- und Frachtflüge) auf 100.000
bis 113.000 pro Jahr ausgegangen. Das bedeutet einen durchschnittlichen Wert von
bis zu 300 Bewegungen am Tag, bei Maximalwerten von 50 bis 60 Bewegungen pro
Stunde (sog. "Spitzenstunden" sind 0 – 1 Uhr sowie 4 – 5 Uhr).
Gerade in diesen Nachtstunden sind also die Anwohner besonderen Belastungen
ausgesetzt, durch denen sie gesundheitliche Schäden davontragen können. Ab
nächtlichen Pegeln von 42 Dezibel (dB(A)) steigt die Möglichkeit von
Aufweckerscheinungen sprunghaft und spätestens ab 2 mal 60 dB(A) bzw. 6 mal 53
dB(A) die der schlafstörungsbedingten Gesundheitsgefährdungen. Weiterhin ist bei
Dauerpegeln von 65 dB(A) mit vermehrten Herzinfarkten, ab 75 dB(A) mit
Gehörschäden zu rechnen. Der psychische und seelische Streß ist die Ursache
weiterer Immunsystem- oder von Krebserkrankungen. Hinzu kommt die Entwertung der
Grundstücke, auf denen man sich nun nicht mehr im Freien aufhalten kann.
Geöffnete Fenster sind dann undenkbar, gerade der gesunde nächtliche Schlaf wird
somit eingeschränkt.
"Besonders nachteilig wäre die vom Flughafenbetreiber gewünschte
Pauschalgenehmigung einer Nachtflugerlaubnis für die nächsten 30 Jahre.", so
Enrico Vlach, Umweltpolitischer Sprecher des Ökolöwen. "Dadurch werden die
vollkommen veralteten Lärmgrenzwerte, die gerade mit der Fluglärmgesetzesnovelle
eine Überarbeitung erfahren, auf Dauer zementiert. Auch geplante europäische
Regelungen zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm würden damit längere Zeit nicht
greifen. Das ist für die geplagten Anwohner nicht hinnehmbar."
Diese wollen nun am Mittwoch, den 1. September 2004, ab 15.30 Uhr die
Öffentlichkeit über ihre Probleme informieren. Auf dem Burgplatz soll eine
Kundgebung auch akustisch darlegen, welche Auswirkungen die dauernden Überflüge
auf die Betroffenen haben. Auch der Ökolöwe beteiligt sich an dieser
Veranstaltung, die von der "Interessengemeinschaft für ein Nachtflugverbot am
Flughafen Leipzig/Halle" organisiert wurde. Die Hauptforderung der
Protestierenden ist der Erlaß eines Nachtflugverbotes, um wenigstens nachts eine
Entlastung vom Lärm zu erfahren. Andere deutsche Großflughäfen wie zum Beispiel
Frankfurt/Main bewältigen ihr ungleich größeres Flugaufkommen zum Wohle der
Anwohner größtenteils am Tage. Dies sollte auch in Leipzig möglich sein.
