Regionalgruppe Taucha und Umgebung


Erklärung zum  Luftfrachtdrehkreuz am Flughafen Leipzig-Halle

Nabu warnt vor „bösem Erwachen“

Die NABU Regionalgruppe Taucha und Umgebung betrachtet die Pläne für die Einrichtung eines Luftfrachtdrehkreuzes ohne Nachtflugverbot am Flughafen Leipzig-Halle mit großen Sorgen.

Wenn der Ausbau des Flughafen Leipzig-Halle für diesen Zweck tatsächlich erfolgen wird, werden die Menschen und die Natur diese Region erheblich darunter leiden. Der drastisch erhöhte Luft-, Strassen- und Schienenverkehr bringt Umweltverschmutzung und Lärmbelästigungen mit sich. Er wird den Nordraum Leipzigs zur „Fluglärmdeponie Europas“ machen. Noch dazu werden Unmengen von Kohlensäure in die Atmosphäre geschleudert, die es Deutschland noch schwerer machen werden, die vereinbarten Kyoto – Protokoll  -Ziele zu erreichen.

Wir, die  NABU Regionalgruppe Taucha und Umgebung befürchten ein „böses Erwachen“, dergestalt, dass der Nachtfluglärm, dem Bürger und Natur ausgesetzt werden sollen, viel lauter sein wird als der Flughafenbetreiber, das zuständige Regierungspräsidium und einige Politiker auf Stadt-, Land- und Bundesebene uns glauben lassen wollen.

Aus lokaler Sicht werden die Stadt Taucha mit ihren umliegenden Ortschaften und Ortschaften der Gemeinde Jessewitz besonders betroffen sein. Diese Orte liegen nur knapp außerhalb des sogenannten „Nachtschutzgebietes“ und werden deshalb ohne Lärmschutzmaßnahmen mit dem Nachtfluglärm leben müssen. Unseres Erachtens ist das Nachtschutzgebiet sowieso ein irreführender Begriff. Eigentlich sollte es „Erhöhtes Nachtfluglärmgebiet“ heißen.

Wir fordern deshalb die Politiker unsere Stadt und Region auf, sich umfangreich zu informieren, und alle Vor- und Nachteile einer DHL- Ansiedlung abzuwägen. Seien Sie kritisch, stellen Sie sich an die Seite Ihrer Wähler wie die Politiker in Brüssel.  Subventionieren Sie lieber regional tätige Unternehmen und nicht Großunternehmen. Unsere Region braucht Investitionen, aber Investitionen in die Zukunft. Wir brauchen innovative und umweltschonende Unternehmen vor Ort, damit unsere Region ein lebenswertes Gesicht bekommt. Wir fordern die Betreiber des Flughafens Leipzig – Halle (mit dem Land Sachsen als Hauptgesellschafter) auf, den Einwohnern unserer Region und der Natur und Umwelt den zu erwartenden Nachtfluglärm nicht zuzumuten. Denken Sie bitte an Mensch und Natur, die gleichermaßen 30 Jahre lang unter Nachtfluglärm leiden müssten, wenn Sie ihre Pläne durchsetzten.

Wir fordern auch die Firma DHL auf, ihre Pläne und Geschäftspolitik zu überdenken. Ist es wirklich nötig, Pakete immer am nächsten Tag liefern zu können? Eine kleine Menge vornehmlich gewerblicher Sendungen muss tatsächlich am nächsten Tag ankommen, aber ist der Preis dafür nicht zu hoch?  Alle anderen Sendungen könnten unseres Erachtens problemlos etwas länger und dadurch kostengünstiger für Ihre Kunden und erträglicher für Mensch und Natur unterwegs sein.

Wir setzten uns für eine hohe Besteuerung von Kerosin und damit auch für den Stop der ausufernden und öffentlich – auf Kosten anderer umweltschonenderen Verkehrsträger wie etwa der Bahn – subventionierten “Billigfliegerei„ ein, denn der wachsende Flugzeugverkehr ist immer noch der „Klimakiller Nummer Eins“.

Die NABU – Regionalgruppe Taucha und Umgebung unterstützt und solidarisiert sich mit den Bürgern aus den naheliegenden Städten und Dörfern, die unmittelbar durch die Umsetzung der Planungen betroffen sein werden; fordert aber auch sie unter Umweltgesichtspunkten zum Umdenken und Hinterfragen ihrer eigenen Verkehrsmittelwahl bei Urlaubs-, Privat- und Geschäftsreisen und Wahl ihrer Postzustell- und Einkaufswege auf.


Taucha, den 01.02.2005


Der Vorstand










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