Offener Brief
an den OBM der Stadt Leipzig
Gunter Preuß, Schriftsteller aus Leipzig
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Der Schriftsteller

Der Begriff Kollaborateur
Gunter Preuß, Schriftsteller aus Leipzig
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Der Schriftsteller
  

Gedanken zum Fluglärm
Gunter Preuß, Schriftsteller aus Leipzig
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Der Schriftsteller
Der deutsche Michel
und die Flieger
Gunter Preuß, Schriftsteller aus Leipzig
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Der Schriftsteller
  
"kleinen Aufsatz
zum großen Weltgeschehen."
Gunter Preuß, Schriftsteller aus Leipzig
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Kunst und Poesie





Der Schlaflosenkönig
Gedicht vom Schlaflosenkönig
Lesen Sie hier das Gedicht

GI_in_Leipzig
Gruß vom Kriegsflughafen Leipzig/Halle
(je mehr - desto lauter...)
im Jahr 2009 waren 545.565 der 2.410.812 Passagiere des Flughafens Leipzig/Halle GI's… (jeder 4.!)



 

Schäfchen zählen ist out...
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Denn Kinder
schlafen sowieso zu viel
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hier mal etwas Satire:
Kennen Sie schon den Tschüss- und Winke-Winke -Service?
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Kinderbild
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Kinderbild

so empfinden Kinder ...
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Gebet eines Anrainers

Müde bin ich, geh’ zur Ruh,
schließ Fenster, Aug’ und Ohren zu.
Es wird taghell jetzt in der Nacht,
wenn der Airport nun erwacht.
Maschinen, Turbinen, Gebläse dröhnen,
geplagte Menschen in Ihren Betten stöhnen.
Man wälzt sich hin, man wälzt sich her,
wenn doch nur der Lärm nicht wär’.

Kein Rauschen der Wälder ist zu hören,
weil ständig laute Flieger stören.
Auch die Vögel in den Bäumen
Können nur von Ruhe träumen.
Wie liebte ich der Lerchen Klang,
wo ist sie jetzt, so frag’ ich bang.
Morgens ihre Frühlingslieder,
nie werde ich sie hören wieder.

Der Regen rinnt mir ins Gesicht,
es ist zu laut, ich hör’ ihn nicht.
Der Lüfter an, die Fenster zu
Und trotzdem find’ ich keine Ruh.
Ich kann mich nicht daran gewöhnen,
hör’ ich mich im Traume stöhnen.
Bitte, bitte seid doch still,
weil ich nun endlich schlafen will.

Amen

Andrea Künzel
07.10.2009



Pressekonferenz des Flughafens und des Thalia Theaters "AusFlugHafenSicht!"

Zensur!


Die Eröffnung und Vorstellung eines neuen Kunstprojektes ist immer ein freudiges Ereignis: Voller Vorfreude und mit strahlenden Gesichtern brennen alle darauf, das Kunstwerk der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Doch ganz anders am Flughafen Leipzig/Halle! Ernste und traurige Gesichter, ja sogar Tränen bei einem Künstler waren zu sehen. Enttäuschung und Bitternis. Natürlich auch eine gehörige Portion Stolz auf das Geschaffene. Flughafen und Kunst? Ja, Sie haben richtig gelesen. Vor über einem Jahr begannen der Flughafen und das Thalia Theater ein großes Kunstprojekt: "AusFlugHafenSicht".
Bei diesem Kunstprojekt stellen viele Künstler den Flughafen in allen seinen Facetten dar, Gestern, Heute und Morgen. Ein Schuss Zukunftsausblick, ein Rückblick in die Vergangenheit, ein wenig Utopie, eine Portion Realität. Mit den verschiedensten Mitteln wird der Betrachter zum Nachdenken verführt.

Würde verführt werden ...
Wenn da nicht eine Zensur der Flughafenbetreiber die Ausstellung eines bedeutenden Kunstobjektes sowie die Ausgabe des Programmheftes verbieten würde.
Und so sind auf dem Flughafen eben nur 16 der 18 Kunstobjekte zu bewundern. Das 17. darf nicht dargestellt werden. Auch die Künstlerzeitung als 18. Objekt darf nicht ausgegeben werden. Weil es den Flughafenbetreibern nicht passt.
So muss ein 22 Meter langes Wandbild mit der Darstellung des Lebens am Flughafen, der Entwicklung des Flughafens, der Zukunft des Flughafens und den Auswirkungen des Flughafens ungesehen bleiben.
Das ist Zensur. Der Flughafen hat Angst vor einem Scherenschnitt-Bild!
Bis zuletzt sollten alle Objekte verhindert werden, wenn die Künstler nicht zusicherten, dass die beiden strittigen Punkte (Wandbild und Programmheft) auch nirgendwo anders gezeigt werden.
Dank der Hartnäckigkeit und Geradlinigkeit der Künstler, die darauf bestanden, Ihre Arbeiten anderswo ausstellen zu können und aus Angst vor dem riesigen Eklat, lenkte der Flughafen schließlich ein. So bleibt es dabei, dass nur der Ort "Flughafen" Tabu ist.

"Eine derartige Zensur kenne ich nur von zwei Gesellschaftsformen in Deutschland! Nicht dass ich den Flughafen mit dem Nazizeit vergleichen wollte, aber es liegt doch sehr nahe!" rutschte es einem anwesenden Reporter heraus.

Sogar der sonst so unbeschwerte Kurator Benjamin Förster-Baldenius schien von der Unsicherheit angesteckt, de Anspannung im Raum war überdeutlich:
Wie heikel die Situation tatsächlich war, zeigte die diskrete Präsenz der Security-Männer im Hintergrund der Pressekonferenz - sowie der Appell der Thalia-Intendantin Annegret Hahn, anwesende Flughafen-Gegner mögen entweder schweigen oder das Konferenzzimmer verlassen.
Das Wandbild wurde von den Künstlern Jan Wenzel, Anne König, Vera Tollmann und Jan Caspers konzipiert. Die Publikation "Was du wissen solltest (Die Zukunft)", die vor allem die Ergebnisse des "Diskursdorf"-Workshops dokumentieren sollte, wäre nach Auskunft der Künstler nicht nur der Flughafen-Chef Eric Malitzke zu Wort gekommen. Neben ihm hätten sich dort auch Kritiker des Fluglärms und der militärischen Airport-Nutzung äußern dürfen. Und das zwei Meter hohe und 22 Meter lange Wandbild, das Reisende auf dem Weg vom Check In zu den Gates begleiten sollte, hätte unter anderem die Nutzung des Flughafens für Zwischenlandungen von US-Soldaten dargestellt. Beide Projekte dürfen nicht in der geplanten Form verteilt bzw. umgesetzt werden, verfügte der Flughafenbetreiber.


Deutlich zu erkennen war die sehr sorgsame Wortwahl und die vorgegebene, immer wieder wiederholte Antwort des Pressesprechers des Flughafens, Uwe Schuhardt, dass man sich nicht länger dagegen verwehre, dass die Objekte an anderen Standorten ausgestellt werden können.
So sind sie zunächst im Internet zu sehen, ein würdiger Platz für eine reale Ausstellung wird noch gesucht.

Webseite der Künstler: www.spectormag.net
Fotos von der Pressekonferenz: Zur Verfügung gestellt durch die Online-Zeitung Leipzig-Seiten
Ein strittiges Objekt: Wandbild-Ausschnitt
Thalia-Theater Halle: AusFlugHafenSicht

Der anwesende Vertreter des BMW-Werkes, einer der Hauptsponsoren des gesamten Kunstprojektes, erläuterte die Gründe von BMW, Künstler zu unterstützen und insbesondere dieses Flughafenkunstprojekt zu fördern. Aus seiner Sicht käme eine Einmischung in die künstlerische Arbeit nicht in Frage. Vielmehr müsse anhand von kritischen Ausstellungen und Darbietungen die gegenseitige Disskussion und der Meinungsaustausch gefördert werden. Kunst ist frei. Dazu stehe auch BMW.

Ausschnitt aus dem Kunstprojekt

Anders jedoch die Flughafen Leipzig/Halle GmbH:
Es ging beiden Seiten um Schadensbegrenzung: Annegret Hahn, die sich des Problems einer künstlerischen Zensur aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen natürlich bewusst war, bemühte sich um die Betonung der "insgesamt ausgesprochen konstruktiven" Zusammenarbeit mit dem Flughafen. Und so sollten auch die anderen (zugelassenen) Projekte nicht unerwähnt bleiben. So spricht eine Arbeit vom Flughafen als "Luftschloss", vor dessen Fenstern in einem Maisfeld ein "temporärer Landschaftsgarten" angelegt wurde. Und die Schweizer Gruppe Far A Day Cage setzt im Terminal B ihre "Nothing Company" in Szene, die weltweit mit Nichts handelt ...
Daneben kann man mit einem Gepäcktrolley einen Videospaziergang unternehmen, es gibt eine interaktive Grabungslandschaft am "Porta Tartarica", eine soziale Recherche "Unterm Radar" sowie Landpartien rund um das Flughafenareal. Und im Rahmen des Theaterinstituts-Projekts "Escalators" werden sich den Passanten auf den langen Laufbändern des Flughafens rätselhafte Begleiter zugesellen und menschliche Hindernisse in den Weg stellen. Hindernisse.
Ebenso wie der Flughafen sich einer ehrlichen Diskussion über seine Aus- und Nebenwirkungen in den Weg stellt. Totschweigen ist die Maxime.
Doch dabei übersehen die Betreiber zwei Dinge: Der Flughafen ist eine mit Steuergeldern finanzierte öffentliche Einrichtung. Und wer sich dort anmaßt, der Kunst eine Zensur aufzudrücken, der lenkt den Fokus der Öffentlichkeit genau dort hin. Genauso, wie es bei Kinofilmen und Skandalbüchern vorbereitet wird:
Verbote und Zensur machen neugierig!